Februar 20, 2009

Kärnten

Die meisten wissen ja, dass ich ein steirisch- kärnterischer Mischmasch bin. Mama aus Kärnten, Papa ein Steirer. Aufgewachsen in der schönen Obersteiermark und dann in der Blüte meiner Jugend für zwei Jahre nach Kärnten gezogen, um dann nach Wien zu gehen und zu studieren und irgendwie in der Hauptstadt hängen zu bleiben, aber ohne Kärnten aus den Augen zu verlieren.
Ich höre immer wieder „Mah Kärnten is jo soooo schön! Diese Reaktion kommt lustigerweise nie, wenn ich von meinen steirischen Wurzeln erzähl…. (Es sei denn natürlich, ich red mit jemanden, der ebenfalls der aus der Steiermark kommt).
Aber naja. Ich schweife schon wieder ab. Jedenfalls sind ja nächste Woche in Kärnten Wahlen. Und in Wien bekommt man ja vom „Wahlkampf“ relativ wenig mit. Die Witze des derzeitigen Landeshauptmannes sind anscheinend schon wieder vergessen. Und obwohl eben diese Witze keine Konsequenzen mit sich bringen, setzt er noch eines nach und meint, wer das nicht lustig fände, hat eben keinen Humor. Es ist übrigens dieselbe Person, die nach der berühmten Willkommen Österreich Sendung ein Auftrittsverbot der Kabarettisten verlangte. Es folgte dann aber schließlich doch noch ein „Versöhnungsangebot“- nämlich den nächsten Urlaub doch in Kärnten zu verbringen- auf der Saualm. Ich denke, da ist kein weiterer Kommentar nötig.
Vielleicht ist der Rest von Österreich schon ein bisschen „Kärnten- müde“. Vielleicht will außerhalb von Kärnten niemand mehr die Huldigung und Heiligsprechung mehr hören, die dort zelebriert wird? Vielleicht kann der Rest Österreichs diesen „Wahlkampf“ auch gar nicht richtig ernst nehmen? Vielleicht sind aber auch die Journalisten unkritischer geworden? Und möglicherweise sind die restlichen Politiker dieses Landes zu schwach, um eindeutige Stellung zu beziehen? Vielleicht hat niemand den Mut zu sagen, dass es eben nicht lustig ist, wenn ein Landeshauptmann Witze reisst, die eindeutig unter Rassismus fallen! Zu sagen, dass dieser dann vielleicht doch nicht der Richtige ist, um Landeshauptmann zu sein?
Und man sollte meinen, dass man spätestens bei der Wahl für solche Sager die Rechnung präsentiert bekommt. In diesem Fall sehe ich da leider schwarz- oder eben in diesem Fall orange.
Und wems zu anstrengend ist, sich mal in die Geschichte Österreichs einzulesen, dem lege ich hiermit eine Version I bin aus Österreich von STS ans Herz. Und vielleicht sollten zum bessern Verständnis Herz UND Hirn eingeschalten werden.

Februar 17, 2009

happily ever after

Gestern hab ich mir mit L. einen netten Abend gemacht. Ein klassisches Date mit einer guten Freundin an einem Montagabend: Abendessen und Kino.
Im Kino angekommen wird schnell klar: typischer Frauenfilm. Ok, ok, dass "He´s just not that into you", in diese Kategorie fällt, war klar. Und dass die einzigen 3 Typen, die man vor dem Kinosaal warten sah, von ihren Freundinnen zu diesem Film überredet worden sind, konnte man an ihren Mienen ablesen.
Aber das geschlechterstereotype Bild, dass sich da bot, konnte noch übertroffen werden.
Ich lasse an dieser Stelle, die Mädlsgruppe aus, die auch noch Fotos von sich im Kino machten. Also gut, ich bin nicht sehr Kinoerfahren, aber in meiner bisherigen Kinokarriere habe ich es noch nicht erlebt, dass geklatscht wurde. Und am allerwenigsten hätte ich es mir bei einer sogenannten Schnulze erwartet. Aber es gab kein halten mehr im Kinosaal. Bis auf wenige Mädls (und wahrscheinlich den 3 Typen) hat der Kinosaal fast getobt. Die Mädls haben geklatscht, erleichtert gejubelt. Und warum?
Nein, Brad und George sind nicht überraschend aufgetaucht. B. hat J. einfach nur einen Heiratsantrag gemacht. Und der kam nicht mal unerwartet. Für mich kam die Reaktion im Kinosaal allerdings unerwartet.
Anscheinend wünschen sich die meisten halt doch einfach das Märchen, dass sie als Kind schon gern gehabt haben. Und das möchte ich diesmal ganz unkommentiert lassen. Denn eigentlich spricht auch nichts dagegen, oder?.